Gefundene Feldlerchen sind keine Projektbremse mehr – Feldlerchen müssen PV-Projekte nicht mehr stoppen
Kumandra Energy begrüßt den neuen brandenburgischen Erlassentwurf zur Feldlerche – und setzt das Prinzip erstmals selbst um.
Der Schutz gefährdeter Arten ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Gleichzeitig muss der Ausbau der erneuerbaren Energien weiter an Tempo gewinnen. Zwischen diesen Zielen besteht bislang ein Spannungsfeld – besonders bei Freiflächen-Photovoltaikanlagen (FF-PVA).
Bislang wurde bei der Genehmigung solcher Anlagen häufig ein externer Ausgleich gefordert: Eine zusätzliche Fläche, auf der die ökologische Funktion für Arten wie die Feldlerche wiederhergestellt werden soll. Das führte in der Praxis zu doppeltem Flächenverbrauch, hohen Planungskosten und langen Genehmigungswegen.
Mit dem neuen „Erlass zur Berücksichtigung der Feldlerche bei der artenschutzrechtlichen Prüfung zur Planung und Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen“ (Entwurf, Stand 30.09.2025) geht das Land Brandenburg einen neuen Weg. Erstmals wird darin konkret beschrieben, unter welchen Bedingungen eine PV-Anlage selbst als funktionaler Lebensraum gelten kann – etwa durch ausreichende Modulreihenabstände, offene Bodenstellen und extensive Grünlandpflege.
Diese Klarstellung ist ein wichtiger Schritt: Sie bringt Planungs- und Rechtssicherheit für Projektentwickler und Behörden, reduziert den Flächenbedarf und stärkt zugleich den Artenschutz.
Praxisbeispiel: Feldlerchen an der A8
Bei einem aktuellen Kumandra-Projekt an der A8 wird dieses Prinzip erstmals in der Praxis angewendet.
Die Anlage wird auf einer landwirtschaftlichen Ackerfläche im privilegierten 200-Meter-Korridor entlang der Autobahn geplant – ein Bereich, in dem bereits viele Arten der offenen Agrarlandschaft vorkommen.
Im Rahmen der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) wurde die Feldlerche auf der Fläche nachgewiesen.
Anstatt eine externe Ausgleichsfläche zu suchen, wurde die Anlage anhand von mehreren Studien, Monitorings und dem brandenburgischen Konzept gestaltet: mit breiten Modulreihen, offenen Bodenstellen und extensiver Grünpflege.
Kumandra Energy verfolgt das Ziel, Solarenergie und den Schutz von Arten auf derselben Fläche zu vereinen. Der aktuelle brandenburgische Erlassentwurf schafft dafür eine fachlich solide Grundlage. Nun bleibt abzuwarten, wie die zuständigen Fachstellen diesen Ansatz aufnehmen und bewerten werden.
Unsere Einschätzung
Der Schutz der Feldlerche ist ökologisch wichtig – doch er darf den Ausbau der Erneuerbaren nicht ausbremsen.
Wenn PV-Flächen selbst zu Lebensräumen werden können, entsteht eine echte Win-win-Situation:
- Kein zusätzlicher Flächenverbrauch durch externe Ausgleichsmaßnahmen
- Keine doppelten Pacht- und Herstellungskosten
- Vereinfachte und beschleunigte Planung
- Gleichzeitig höherwertige ökologische Nutzung der bestehenden Fläche
- Aufwertung der bestehenden Lebensräume der Feldlerche möglich
Kumandra Energy befürwortet daher eine bundesweite Vereinheitlichung, falls der brandenburgische Entwurf umgesetzt wird. Durch einheitliche Regelungen könnten sowohl Planungs- und Rechtssicherheit gewährleistet als auch der dringend notwendige Ausbau der Solarenergie mit effektivem Artenschutz verknüpft werden.
Fazit:
Der brandenburgische Entwurf zum Feldlerchen-Erlass zeigt, wie die Energiewende und der Schutz der Biodiversität zusammenwachsen können.
Freiflächen-PV ist kein Verlust von Naturraum – sondern, wenn richtig umgesetzt, eine neue Chance für sie.
Hinweis: Dieser Artikel gibt unsere Praxiserfahrungen wieder und ersetzt keine rechtliche Beratung.